Linz, Ennsdorf, Hannover, Juni 2018 Auf der diesjährigen Hannover Messe machte die Linz Center of Mechatronics GmbH (LCM) das Salvagnini-Werk in Ennsdorf gewissermaßen zum TV-Außenstudio. So konnten von dort beeindruckende Bilder aus dem Inneren der neuesten Biegeautomaten-Generation direkt auf das Großflächendisplay und fünf Bandenmonitore am Kooperationsstand der Salvagnini Maschinenbau GmbH, von Sensorik-Partner Pepperl + Fuchs und LCM geliefert werden. Die staunenden Besucher konnten dabei jenen digitalen Vorsprung hautnah erleben, den der Twin Space – also die Verbindung realer und virtueller Produktionswelten – schafft. In noch nie zuvor sichtbaren Bildern konnte der Produktionsprozess von Werkstücken beobachtet werden, die unmittelbar zuvor am Messestand angelegt wurden. Möglich macht das der Digitale Zwilling von LCM, der die Design- und Produktionsprozesse von Maschinen und Anlagen lückenlos virtualisiert.

„Digital Advantage from Development to Production” lautete das Motto des gemeinsamen Messe-Auftritts von Salvagnini, Pepperl + Fuchs und LCM. Ziel der Firmenkoalition war es, im Gegensatz zu den sonst üblichen modellhaften Kleinanwendungen auf Messen, eine konkrete, im Echtbetrieb laufende Industrieanwendung zu zeigen. „Unser Use-Case hat gezeigt, dass es gerade für mittelständische Betriebe ausgereifte Lösungen gibt, mit denen sie von diesem Digital Advantage profitieren“, erklärt LCM-Geschäftsführer Gerald Schatz. Wie etwa der neue Blechbiegeautomat von Salvagnini diesen nutzt, wurde bei der Live-Präsentation in Hannover eindrucksvoll untermauert. Die Besucher konnten sich die Art und das Material ihres Wunsch-Give-Aways vor Ort aussuchen. Die Bestellung wurde anschließend per RFID-System erfasst und via Cloud in die Fertigungsliste der Maschine im Salvagnini-Werk in Ennsdorf übertragen. Damit sind selbst bei unterschiedlichen Material-Chargen Großserien ohne Ausschuss und die fehlerlose Produktion in Losgröße 1 möglich.

Einblicke ins Herz der Maschine

Kurz darauf konnten die Besucher die Fertigung ihres Give-Aways in Losgröße 1 auf einem Großflächendisplay hautnah live mitverfolgen. Und das nicht nur von außen, sondern dank spezieller Kameras auch im Inneren des Blechbiegeautomaten. „Die Kameras waren so positioniert, dass man Prozesse mitverfolgen konnte, die normalerweise für den Betrachter nicht erkennbar sind. Dieser Blick ins Herz der Maschine hat bei den Messebesuchern für großes Staunen gesorgt“, freut sich Manfred Reiter, LCM-Head of Sales, über die zahlreichen Teilnehmer an der Präsentation.

100 % im grünen Bereich

Wie präzise und zuverlässig das Salvagnini-Bearbeitungszentrum tatsächlich arbeitet, dokumentierte schließlich Sensorik-Partner Pepperl + Fuchs. Deren 3D-Lichtschnittsensor „Smart Runner“ vermaß die in nur 30 Sekunden gefertigten Give-Aways. Mit roten und grünen LEDs wurde angezeigt, ob diese den hohen Ansprüchen genügen und die unbestechliche Pepperl + Fuchs-Qualitätskontrolle bestehen. „Sämtliche im Rahmen der Hannover Messe gefertigten Werkstücke waren im grünen Bereich“, ist Manfred Reiter mit der Performance zufrieden. „Mit unserem Messe-Use-Case in Realgröße haben wir den Live-Beweis erbracht, dass ein ausschussfreies Produktivsystem mit der richtigen Sensorik und der Anwendung des aktiven digitalen Zwillings einfach und kostengünstig umsetzbar ist.  Und das vom Großbetrieb bis hin zum kleinen Lohnfertiger mit nur einer Fertigungsmaschine.“

Digitaler Zwilling schafft Wettbewerbsvorteil

Der von LCM entwickelte digitale Zwilling kompensiert alle relevanten physikalischen Parameter wie die Umgebungstemperatur, Verformungen im Werkstück und der Maschine automatisch. Zusätzlich verfügt er über die automatische Materialerkennung MAC 2.0. (Material Attitude Correction), die den Biegeprozess so steuert, dass immer das gleiche Endprodukt entsteht – unabhängig von Stückzahl, Blechdicke oder Materialqualität. Parallel dazu ist der digitale Zwilling ein erster Schritt zur selbstlernenden Maschine. Das gewonnene Prozesswissen ist eine unverzichtbare Basis, um neue Maschinen zu entwickeln. So wird es auch möglich, den Verschleiß vorauszusehen und den Wartungsaufwand sowie die Entwicklungskosten zu senken. Schon jetzt sind diese Entwicklungen mit der LCM-Softwareplattform SyMSpace – von der Modellbildung über Berechnung und Simulation bis zum virtuellen Prototypen – einfach und komfortabel möglich. Bedarfsgerechte Rechenleistung aus der Cloud und flexible Anpassung an bestehende Softwarelösungen machen den „Digital Advantage from Development to Production” also auch für Mittelständler und kleine Unternehmen realisier- und leistbar.

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